Anleitung: Anonym Surfen inkl. Verschlüsselung per Privacy-VPN

 in Anleitungen, Das Gesetz



Seit mehr als zehn Jahren geistert sie durch die politischen Flure der EU und vieler ihrer Mitgliedstaaten, die Datenspeicherung auf Vorrat – von allen Bürger_innen, zu jeder Zeit, ohne konkreten Verdacht oder Anlass. Gestern ist die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland in Kraft getreten, ungeachtet zahlreicher Kritik, Proteste und auch der Urteile von Bundesverfassungsgericht und Europäischem Gerichtshof.

Die anlasslose und massenhafte Überwachung aller zur Verhinderung „schwerster Straftaten“ ist ein unverhältnismäßiger Eingriff in unsere Freiheit, stellt die ganze Bevölkerung unter Generalverdacht und führt zu einer Schwächung des journalistischen Quellenschutzes.

Zum gesamten Artikel von netzpolitik.org geht es hier entlang.

Was soll man dazu noch sagen. Ein Stückchen Anonymität kann sich ein Internetanwender auf verschiedenen Wegen verschaffen. Ein Weg wäre z.B. die Verwendung eines VPN-Tunnels (Virtual Private Network). Diesen Service gibt es kostenpflichtig aber auch kostenfrei. Zweiteres möchte ich heute mit einer kurzen Installationsanleitung vorstellen.

Es handelt sich um den Dienst von Privacy-VPN. Dieser bietet verschiedene Standorte seiner VPN-Server an. Darunter sind etwa folgende Länder gelistet. Unter anderem Lettland, Moldavien, Schweden, Schweiz und 2x USA (Atlanta, New York)“.

Laut eigenen Angaben speichert Privacy-VPN keinerlei Daten und verschlüsselt den gesamten Netzwerkverkehr nach bettercrypto.org

Wir nehmen nicht nur den Datenschutz sondern auch die Datensparsamkeit ernst

Wir haben uns dazu entschieden, keinerlei persönliche Daten zu erheben & Speichern, und zwar aus einem einfachen Grund: Wir brauchen sie nicht. Damit erübrigt sich jede Grundlage für eine Speicherung. Verschlüsselt wird nach bettercrypto.org

Fangen wir also einmal an.

1. Lade dir den benötigten OpenVPN-Client auf www.openvpn.net/index.php/open-source/downloads.html herunter und installiere diesen.

2. Lade dir auf www.privacy-vpn.com die Konfigurations-Datei herunter.

Info: Weitere gratis VPN-Konfigurationen von anderen Anbietern gibt es z.B. bei VPNBook oder VPNme,

3. Entpacke die Konfigurations-Datei und kopiere den Inhalt in C:\Program Files\OpenVPN\config.

4. Starte die OpenVPN-Anwendung.

5. Mit einem Rechtsklick auf das OpenVPN-Symbol im Tray-Bereich kannst du nun auswählen mit welchem Server in welchem Land du verbunden werden willst.

6. Damit du auch einen DNS Leak verhindern kannst, wäre es zu empfehlen einen öffentlichen DNS-Server in dem Netzwerkadapter deiner Internetverbindung zu hinterlegen. Ich kann hier die DNS-Server 208.67.222.222 & 208.67.220.220 von OpenDNS empfehlen. Das ist wichtig, da je nach Windows-Konfiguration der originale DNS deines ISP (internetserviceprovider) durchsickern kann. FirtzBox!-Anwender können die DNS-Server unter http://fritz.box/internet/dns_server_enh.lua auch direkt in der FritzBox! hinterlegen.


Fertig ! Ob du nun erfolgreich mit dem VPN-Server verbunden bist, kannst du prüfen, indem du z.B. auf www.wieistmeineip.de gehst. Dort wird dir dann deine IP-Adresse inkl. Informationen wie die Geolocation angezeigt. Ob du von einem DNS Leak betroffen bist kannst du einfach mit einem online DNS Leak Test testen. Diesne gibt es z.B. bei Perfect Privacy oder DNSleaktest. Empfehlenswert ist ein kurzes „ipconfig /flushdns“ in der CMD-Konsole um deinen DNS-Cache zu löschen.


Alles in einem gibt es noch andere Möglichkeiten sich teils oder gar vollkommen anonym und abseites der Speicherung persönlicher Daten im Internet oder in der Telefonie zu bewegen.

Dies kann noch mittels dem TOR-Netzwerk oder div. Proxy-Anbietern geschehen. Zweiteres kann für die kurze Anwendung geschehen, in dem man z.B. einen Online-Proxy-Dienst wie z.B. KProxy, Hide.me oder Zend2 verwendet.


Tor: Über das Tor-Netzwerk wird euer Internetverkehr verschlüsselt über mehrere Server geleitet. Nach meiner Auffassung macht die Nutzung von Tor allerdings nur dann Sinn, wenn du es richtig verwendet. Tor lässt sich mit Orbot und Orfox auch auf einem Android-Gerät realisieren.


VPN: Die schnellere Alternative zu Tor lautet VPN. Hierbei wird ein verschlüsselter Tunnel zwischen eurem Rechner und der VPN-Gegenstelle aufgebaut. Üblicherweise ist das ein Anbieter im Ausland. Beim Aufruf einer Webseite ist demnach nicht mehr eure IP-Adresse sichtbar, sondern aufgrund der Zwischenstation, die des VPN-Anbieters.



Mit den dargestellten Maßnahmen lässt sich eine Art Black-Box erstellen. Der Verbindungsaufbau in das Tor-Netzwerk oder zu einem VPN-Anbieter wird zwar erfasst, allerdings ist aufgrund der Verschlüsselung „nicht“ mehr feststellbar, welche weiteren Verbindungsendpunkte im Internet aufgerufen werden. Das bedeutet, wenn du mit TOR oder einem VPN-Tunnel verbunden bist, wird dies zwar erkannt, solltest du aber z.B. www.boschert-consulting.com aurufen, wird dies nicht mehr erkannt.
Solltest du also deinen gesamten Traffic über Tor bzw. ein VPN abwickeln, so wird es extrem schwierig festzustellen, ob du tatsächlich im Internet aktiv bist oder dein Kühlschrank lediglich eine Bestellung aufgibt. Aufgrund der Datenmengen lässt sich vermutlich ein Muster ableiten, aber selbst das kann wohl kaum als Beweis herangezogen werden.

Diese kleine Anleitung soll dir die Möglichkeit bieten, dich der Speicherwut der Länder zumindest im Internet etwas zu entziehen. Denn auch ich bin der Meinung, dass eine allgemeine Speicherung von Daten nicht sein muss.

Auf der re:publica´14 sprachen Anna und Andre über „Vorratsdatenspeicherung für Anfänger und Fortgeschrittene“ und lieferten weitere Beispiele und anschauliche Erklärungen:

re:publica 2014 - Vorratsdatenspeicherung für Anfänger ...