Das Handyporto der Deutschen Post im Test – Gratis Briefmarke?

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Oft versende ich Briefe und habe ausgerechnet dann keine Briefmarke zur Hand. Zwar habe ich einen Briefkasten direkt vor der Haustür, die nächste Postfiliale ist aber ein Stückchen entfernt.

Gott sei Dank hat die Deutsche Post irgendwann einmal die App namens „Handyporto“ bzw. „Post mobil“ auf den Markt gebracht mit der man sich per SMS einen Ziffernblock aus 3×4 Zeichen zusenden lassen kann. Eine Briefmarke kostet dann keine 60 Cent mehr, sondern stolze 1 Euro.

Diesen Ziffernblock schreibt man also rechts oben im Eck auf den Briefumschlag und wirft diesen dann wie gewohnt in einen Briefkasten. Das halte Handyporto_Ziffernblockich für die beste Methode denn, wenn ich so einen Brief dann doch zufälligerweise mal in einer Filiale abgebe, schaut man mich mit großen Augen an. Ich denke mal das nicht jeder Post-Mitarbeiter mit solchen modernen Dingen vertraut ist.

Mittlerweile habe ich bemerkt, dass Briefe die mit dem Handyporto frankiert sind, in der Zustellung etwas länger brauchen. Das liegt unter anderem daran, dass diese Briefe noch manuell von einem Mitarbeiter geprüft werden. Doch wie kann ich mir das vorstellen? Sitzt da eine Dame oder ein Herr und tippt zur Gegenprüfung meinen Ziffernblock in ein System ein um zu prüfen ob dieser auch tatsächlich generiert wurde?

Deshalb möchte ich nun einmal in Erfahrung bringen, ob man nicht doch einen Brief mit Handyporto_Testeinem frei erfundenen Ziffernblock versenden kann, und sende mir einfach mal selbst einen Brief zu.
Versandt bzw. eingeworfen in den Briefkasten habe ich den Brief mit Datum 18.11.2014.

Nun heißt es erst einmal warten!.

Bereits die Webseite Teltrif.de hat in dem Artikel „Gratis-Post dank Handy-Porto?“ einen solchen Test gemacht. Dieser war allerdings vom 01.09.2008. Bei beiden Tests kamen die Briefe in deren Redaktion an bei einem jedoch wurde mit blauem Filzstift die Zahl „106“ vermerkt. Laut dem Preisverzeichnis bedeutet der Code „106“, dass eine Nachzahlung erforderlich ist. Eine Nachzahlung wohl deshalb, weil ein Mitarbeiter den falschen Ziffernblock wohl erkannt hat.
Nun müsste natürlich der Postbote auch noch wissen, dass er hier eine Nachzahlung von dem Empfänger verlangen muss. An dieser Stelle denke ich wusste dieser nicht Bescheid und stellte das Schreiben einfach zu.
Nach sechs Jahren sollte die Deutsche Post nunmehr dazu gelernt haben. Denkt man!

Zwei Tage später, dann die Ernüchterung. Der Brief kam mit dem Vermerk „Handyporto ungültig“ wieder zurück zum Absender. Nach sHandyporto_ungueltigechs Jahren hat die Deutsche Post also dazu gelernt und sortiert Sendungen mit falschen Ziffernblöcken nun direkt aus. Laut dem gelben Aufkleber verlieren korrekte und schon gestempelte Briefmarken bzw. Ziffernblöcke nicht an Gültigkeit. Bedeutet, sollte man sich doch einmal verschrieben haben (z.B. Großbrief, siehe weiter unten) kann man diesen nachträglich noch korrigieren und erneut versenden.

Damit man mir mit dem Test nicht die Erschleichung von Dienstleistungen, Betrug oder was auch immer vorwerfen kann, habe ich natürlich einen Handyportoblock gekauft, den ich im Handyporto_SMSAnschluss nicht genutzt habe. So ist der Deutschen Post nun auch kein wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Auch ohne die App kann man den Dienst des Handyportos in Anspruch nehmen. Hierfür muss eine SMS mit dem Text „Brief“ bzw. „Karte“ an die Kurzwahl 22122 gesendet werden. Aktuell kostet eine Postkarte 85 Cent und ein Standardbrief 1 Euro.

Aus eigenen Tests heraus ist es auch möglich einen großen DIN-A4 Umschlag zu versenden, in dem man dort 3 Ziffernblöcke zu je 1 Euro in das Eck setzt. Wohl bemerkt ist das dann doch sehr teuer, denn ein Großbrief kostet in der Filiale nur 1,45 Euro, womit man mit der Handyporto Variante mehr als das doppele, bezahlen muss.

Fazit: Für den Notfall oder auch dann, wenn man mal in kurz, wie ich aus Hamburg eine Postkarte versenden möchte, kann ich das Handyporto allerdings empfehlen, der Dauereinsatz hingegen kann da je nach Menge der Briefe recht kostspielig werden.