Der Google-Test – Das recht auf Vergessen

 in Anleitungen, Das Gesetz



Nach dem der EuGH (Europäischer Gerichtshof) das „recht auf Vergessen“ eingeräumt hatte, hat es mich doch brennend interessiert ob Google die Suchergebisse (nur die europäischen) wirklich nach Antrag löscht und welch ein Grund dafür vorliegen muss.

Google hat demnach zügig reagiert und ein Formular online gestellt, über das man Suchergebnisse zur eigenen Person löschen kann, sollten sich unter dem Ergebniss eventuell falsche Angaben, Beleidigungen oder ähnliches befinden, die gegen die Datenschutz- oder Persönlichkeitsrechte verstoßen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai entschieden, dass Internet-Suchmaschinen wie Google bei einer Suche nach einem Namen in bestimmten Fällen nicht alle Treffer anzeigen dürfen. EU-Bürger können von Suchmaschinenbetreibern verlangen, dass sie Links nicht mehr anzeigen, wenn die Inhalte ihre Persönlichkeitsrechte verletzen. Lehnen die Suchmaschinenbetreiber dies ab, können Betroffene die zuständigen Datenschutzbeauftragten einschalten oder klagen.

Ich habe also am 14.10.2014 das Formular für einen Test ausgefüllt, dabei wollte ich den Link zu einer Personensuchmaschine ála Peoplecheck, Yasni und Co. löschen lassen.

Viele Angaben möchte Google dazu gar nicht haben. Es handelt sich erst einmal um Vorname, Nachname, Emailadresse und um welche Links es sich handelt. Zu guter Letzt soll die betroffene Person noch Gründe angeben weshalb Daten die unter diesem Link zu finden sind beanstandet werden.

Meine Begründung viel ganz schlicht aus „Die Angaben und Inhalte gefallen mir nicht

Zwischen all den Angaben habe ich am Ende jedoch vergessen mich zu legitimieren, darauf wurde ich auch nach dem Klicken des Senden-Buttons aufmerksam gemacht.

Google möchte also sicher gehen ob ich wirklich der bin, dessen Namen ich da angegeben habe und schreibt unter anderem…

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Um betrügerische Entfernungsanträge durch Personen zu verhindern, die unter Vortäuschung einer fremden Identität Mitbewerber schädigen oder in missbräuchlicher Weise rechtmäßige Informationen unterdrücken wollen, ist eine Identitätsprüfung erforderlich. Fügen Sie daher bitte eine gut lesbare Kopie eines Dokuments zur Bestätigung Ihrer Identität bzw. zur Bestätigung der Identität der Person bei, zu deren Vertretung Sie berechtigt sind. Kopien von Personalausweisen oder Reisepässen sollten nicht verwendet werden.

Ich musste drei mal nachlesen, aber Google schreibt tatsächlich „Kopien von Personalausweisen oder Reisepässen sollten nicht verwendet werden.„. Wie soll ein solcher Nachweis denn nun aussehen? Soll ich meinen Namen tanzen und per Video hinsenden, oder reicht mein Name auf einem Post-It-Zettel?

Ich habe dann im Erstversuch ein PDF von meinem Internetanbieter hochgeladenGoogle-Formular auf dem mein Name deutlich sichtbar ist. Das Dokument wollte Google aber dann doch nicht aktzeptieren. Schade! Also doch tanzen? Aber ich bekam auch direkt eine Info seitens Google mitgeliefert, die mir kurz und schmerzlos erklärte „Wir benötigen eine Kopie eines Lichtbildausweises„. Also habe ich doch eine Kopie meines Personalausweises beigefügt. Da sollte Google den obigen Text aber nochmals überarbeiten damit in dieser Hinsicht etwas Klarheit herrscht.
Das wunderte mich zwar, da das neue Personalausweisgesetz eindeutig sagt

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Die Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten aus oder mithilfe des Ausweises darf künftig nur über die dafür vorgesehenen Wege erfolgen. (…) Weitere Verfahren z.B. über die optoelektronische Erfassung („scannen“) von Ausweisdaten oder dem maschinenlesbaren Bereich sollen ausdrücklich ausgeschlossen werden.

Es ist also in gewisser Form rechtswidrig eine Kopie des Ausweises zu erstellen bzw. diesen aus der Hand zu geben. Das ist aber ein anderer Part, den ich hier nicht durcharbeiten möchte.

Mit dem klicken auf „Senden“ bekam ich dann auch eine Email-Bestätigung.

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Sehr geehrte Google-Nutzerin, sehr geehrter Google-Nutzer,
 
vielen Dank für Ihre Mitteilung.
 
Wir haben Ihr Anliegen erhalten und werden dieses so schnell wie möglich bearbeiten. Falls wir weitere Informationen benötigen, werden wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Google-Team

Nach langem Warten dachte ich eigentl, dass meine Begründung dann doch nicht so optimal war und glaubte schon garnicht mehr an eine Reaktion. Fast vier Wochen später aber erhielt ich dann die Antwort auf meinen Löschantrag.

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Sehr geehrter Herr Boschert, 
 
vielen Dank für Ihre Anfrage.
 
Gemäß Ihrem Antrag ergreift Google Inc. entsprechende Maßnahmen, um die folgende URL in den europäischen Versionen der Google-Suchergebnisse für Suchanfragen zu blockieren, die sich auf Ihren Namen bezieht:
 
http://peoplecheck.de/s/patrick+boschert
 
Bitte beachten Sie, dass es mehrere Stunden dauern kann, bis diese Maßnahmen wirksam werden. Die betreffenden Inhalte werden jedoch nicht aus dem Web entfernt. Wenden Sie sich an den Webmaster der betreffenden Website, um dies zu erreichen. Unter http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?answer=1663688 erfahren Sie, wie Sie Kontakt zum Webmaster einer Website aufnehmen können.
 
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Google-Team

Wow, nach etwas Wartezeit habe ich mich dann bemüht den Eintrag zu ergoogeln, dieser war aber wirklich aus dem Suchindex verschwunden.

Das bedeutet also, dass Google hier wirklich bemüht ist Einträge aus welchem Grund auch immer zu entfernen. Die lange Wartezeit wird dabei jedoch aufgrund der vielen Anfragen zustande kommen und nicht durch eventuelle interne Prüfungen die Google, wie erwähnt vornehmen möchte, denn die Voraussetzung zur Löschung ist, dass die Datenschutzrechte der betreffenden Person schwerer wiegen als das Interesse an der Verfügbarkeit der betreffenden Suchergebnisse.

Ich wünsche nun allseits frohes Löschen von Links.

Hier gehts zum Formular.