Investoren, Banken, Naivität, Dummheit, 10.000 Euro weg und die Firma zu.

 In Finanzen

Heute an meinem ersten Urlaubstag während meiner Festanstellung kam mir bei meinem morgentlichen Kaffee die Frage auf, was hätte ich damals besser machen können?

Nach 8 Jahren gab es aufgrund der finanziellen Not keine andere Möglichkeit mehr, außer die Insolvenz für die GmbH zu beantragen. Mein Ziel war es bis dahin, niemals Fremdkapital in irgendeiner Form aufzunehmen und so hatte ich es doch geschafft 8 Jahre und in Bestzeit mit 15 Mitarbeitern ohne Dispokredit, Wagniskapital, Risikokapital, oder anderen Kreditlinien zu existieren. Doch wie es die freie Wirtschaft so möchte, gibt es irgendwann den Punkt, an dem für diverse Projekte eine Vorfinanzierung notwendig ist.

Diese Zeilen sollen anderen Jungunternehmern, Startups der Geldsucheneden einen kleinen Einblick geben hinsichtlich dem was man braucht, worauf geachtet werden sollte und wo man direkt aufhören sollte.

Was also tut man als junger Mensch, wenn man für eine Projektvorfinanzierung und Investition in den Ausbau eines Unternehmens Geld benötigt? Man geht auf erstem Weg zu der Hausbank, bei der man ohnehin schon seit Gründung der UG (haftungsbeschränkt) und später der GmbH ist. In diesem Fall war das die Deutsche Bank. Herr Z. unser Betreuer war eigentl. Privatkundenbetreuer, war aber für vollkommen harmlose Belangen auch immer hilfsbereit. Was also sollte schief gehen.

Zur Verdeutlichung, wo das Unternehmen aktuell steht und es hin möchte, hatte ich noch die aktuelle BWA, den Businessplan von vor 6 Jahren und ein neues Werbeprospekt dabei. Ordentlich gekleidet wie immer und gut vorbereitet war dann der Tag gekommen, an dem ich mit Herrn Z. zusammen an einem Tisch saß. Es gab noch einen Kaffee zur Begrüßung und dann ging es schon in das Gespräch. Ich erklärte ausführlich, dass wir 100.000,00 (hunderttausend) Euro für den Wachstum und der Realisierung eines neuen Projekts benötigen würden. Wir gingen die Unterlagen gemeinsam durch. Zugegeben, mein Businessplan unterlag nie einer Prüfung und war immer noch die Erstversion von mir selbst geschrieben. Der Inhalt war ehrlich, gut recherchiert und ausführlich dargestellt. War ich doch auch sonst immer eine ehrliche Person, gab es keinen Grund bei einer Bank zu lügen. Immerhin setzt ein finanzielles Geschäft doch Vertrauen vorraus.

Das war dann wohl auch schon zu viel. Wie aus der Pistole konnterte Herr Z., dass die UG nun erst 2 Jahre existieren würde und die Deutsche Bank hier erst nach dem vollendeten dritten Jahr zu Geschäften bereit wäre. Noch dazu ist der Umsatz in Höhe von 420.000,00 Euro den wir zwischen Januar 2013 und Juli 2013 hatten ohnehin zu gering, da müsste sich die Situation noch verbessern. Mir wurde noch ohne Zusammenhang erklärt, das den Kaffee den ich trinke, noch garnicht bezahlt ist und die Deutsche Bank von der Fa. Nespresso immer Mahnungen erhält, da das Abteil der Betriebswirtschaft nicht so schnell arbeite. Hauptsache er schmeckt! Nebenbei, wenn ich nun eine private Rentenversicherung & einen Bausparvertrag abschließen würde, dann hätteich auch mehrere Produkte bei der Deutschen Bank, dann wäre ein Kredit auch früher und unter einfacheren Umständen möglich. Nun war der Termin auch schon vorbei.

Es war ein wirklich blödes Gefühl muss ich sagen. Seit 8 Jahren etwas aufgebaut, 8 Jahre keinen Urlaub gehabt, finanziell und zeitlich alles in die Firma investiert, anderen Menschen Arbeitsplätze geschaffen, langzeitarbeitslosen eine Chance gegeben und und und.
Ehrlich gesagt war ich da schon fast den Tränen nahe. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich hier direkt aufgeben würde. Immerhin gibt es noch andere Banken. Vielleicht aber sollte ich mich besser vorbereiten und eventuelle Fehler vermeiden. Ich rief also unseren Unternehmensberater Herrn K. aus Thüringen an. Er war gleichzeitig unser Steuerberater, nebenbei Volkswirt der VR-Bank Südthüringen eG und kannte uns mittlerweile. Zwar waren wir nicht immer gleicher Meinung und etwas großkotzig war er auch manchmal, aber er tat seine Arbeit eigentlich immer gut.

Er hatte einige große Sprüche auf lager, wie alle aus dem Finanzsektor. Das gehört wohl dazu. Er könne uns Investoren verschaffen. Ja cool, auf dem kurzen Weg ist es doch immernoch am besten. Aber… Wir sollten den Businessplan erst einmal neu verfassen. Das hatte er dann auch getan. Die Erstfassung von mir hatte damals 20 Seiten voll mit Vorhaben, Wirtschaftsanalyse, Konkurenzanalyse, Angaben zu meiner Person, bestehende Kunden, bestehenden Verträgen und vieles mehr. Am Schluss gab es noch 4 Seiten einer Finanzvorschau für die nächsten 3 Jahre. Aus diesem wurde nunmehr ein Businessplan erstellt mit weit über 30 Seiten und 14 Seiten Finanzvorschau\Finanzaufstellung. Kurz bemerkt, die Anmerkung „Er hätte auch Investoren für uns, stellte sich auch als eine Nullnummer heraus.

Ich habe mich noch extra in Unkosten gestürtzt und mir ein Bindegerät gekauft, damit ich den neuen Businessplan ordentlich gebunden zu einem nächsten Termin mibringen kann. Noch einige Tipps von Steuer- und Unternehmensberater abgeholt suchte ich nach anderen Banken. Grundlegend war mein Plan, die Hausbank dann auch zu wechseln, sollte eine Bank uns unterstützen wollen. Also ging ich los zur Sparkasse, VR-Bank, Commerzbank und zur Evenordbank.

Fangen wir an. Die Sparkasse war hier ganz ehrlich zu uns. Wir wären Neukunde und man würde gerne erstmal abwarten wie sich die Kontoführung denn so entwickeln würde. Dann könnte man über ein solches Arrangement sprechen. Kurz gesagt, war das Gespräch nach 20 Minuten auch vorbei. Die Unterlagen wollte man nicht sehen oder zur Durchsicht behalten.

Die VR-Bank. Da kam der Berater sogar zu uns ins Büro, bekam einen schönen sonnigen Platz am Terrassenfenster und einen Kaffee + Wasser von meiner charmanten Sekretärin gebracht. Wir gingen in 1,5 Stunden die Unterlagen durch, bis er sich dann verabschiedete und sich in einer Woche wieder melden wollte, nachdem er mit seinem Vorgesetzten gesprochen hatte. Schonmal positiv, fand ich. Eine Woche später kam dan aber doch die Absage, da man ja noch kein Kunde der VR-Bank sei.

Auf zur Commerzbank. Man ging die Unterlagen durch, sprach miteinander und meinte dann, dass man gerne hätte, dass man bei einer solchen Investition dann das Geschäftskonto zur Commerzbank verlegt. Am besten auch das Private. Ich wollte darüber einen Tag nachdenken. Bei dem erneuten Termin eröffnete ich dann ein privates und ein geschäftliches Konto. In 2 Wochen wollte sich der Herr dann nochmals melden. So, dass Konto besteht nun seit 2 Wochen, der Herr meinte nun telefonisch, dass die Umsätze nicht stimmen würden. Was für Umsätze? Erstens, hatten wir die neuen Kontodaten noch nicht einmal publiziert, der Umsatz bei der Commerzbank war gleich Null. So könnte man eine Finanzierung nicht durchführen. Wir sollten uns in 2-3 Jahren noch mal melden. Aber Herr Boschert, wenn sie mal 50-100 Euro benötigen würden, dann kann ich das auf schnellem Weg unter der Hand auf den Weg bringen. Blah Blah. Aufgelegt und ich habe direkt die Kündigung für die Konten herausgesendet. 50-100 Euro? War das sein Ernst? Darüber mache ich mir heute noch meine Gedanken.

Bei der Evenord Bank empfing mich der Vorstand Herr Lorenz direkt. Eine wirklich angenehme Person. Wir haben uns ausführlich über alles ausgetauscht. Aber auch hier muss ich sagen, dass es eine Absage gab. Der Grund war auch hier, dass wir noch kein Kunde sind.

Zwei Wochen voller Banken-Termine und ich hatte Gefühle zwischen Selbstzweifel und erstmals Aufgabepläne. Ist es mittlerweile tatsächlich so schwer an Gelder zu kommen? Ich halte fest. Wir sind noch kein Kunde der Bank, der Umsatz von fast einer halben Millionen Euro in sechs Monaten ist zu gering, unser Marktsekment die IT-Dienstleistungen, Projekt- und Personalgeschäft ist zu unsicher. Das waren so die größten Gründe weshalb man unser Finanzierungsvorhaben ablehnte. Nebenbei muss ich kurz erwähnen, dass keine der genannten Banken gewollt war die KFW bzw. auch die LFA ins Boot zu holen. An dieser Stelle wurde direkt abgeriegelt.

Ich brauchte ein paar Tage ruhe und wolle mal nicht an Finanzierungsversuche denken obwohl es zeitlich immer kritischer wurde.

Vielleicht war Herr Z. der Deutschen Bank doch nicht der richtige? Ich meine, mensch, meine Hausbank kennt uns doch und ich schaute mal nach ob es nicht einen Firmenbetreuer mit Kompetenzen gibt. Da die Hauptfiliale der Deutschen Bank direkt gegenüber unserem Büro war, bekamen wir dort einen Kontakt zu einem Herren, der laut Telefonat quasi die Deutsche Bank ist, dort aufgewachsen ist, die Muttermilch von dort hat und Großkunden betreut.
Zwei Tage später stand der Herr auch bei mir im Büro. Er wollte wissen wie er mir helfen konnte. Ich erklärte ihm alles ausführlich und erwähnte auch, dass Herr Z. uns da als Privatkundenbetreuer eventuell nicht richtig helfen konnte. Er fragte, weshalb wir als Neukunde erst einen Termin bei der Filiale am Ende von Nürnberg abstimmen würden. Ich erwähnte, dass wir kein Neukunde sind und unsere Konten bisher schon länger bei in ihrem Haus führen. Da war er erstaunt, denn er konnte über uns nichts finden und dachte wir sind Neukunde. Da wir dann nach kurzer Abstimmung als Bestandskunde nicht in seinen Bereich fallen, war was Thema auch durch.

Nun der Gedanke eines Machers und Kämpfers. Wenn Facebook und Co doch auch Millionen von irgendwelchen Investoren bekommen, dann wäre das doch auch etwas für uns. Noch vollkommen neu auf dem Gebiet, Investoren & Co. befragte ich meinen Freund Google. Nunja, für die typischen Crowdfunding-Plattformen hatten wir tatsächlich nicht das richtige Produkt. Zur Übersicht aktueller Plattformen geht es hier entlang. Das Thema Business-Angel, Risiko- und Wagniskapitalgeber war aber durchaus interessant.

So einfach ist das aber garnicht. Es gibt Millionen von Gesellschaften, Vereinen, Zusammenschlüssen und Privatpersonen die investieren. Da musste ich aussortieren und wurde auf den Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. aufmerksam. Man findet dort im Mitgliedermenü eine Auflistung aller Mitglieder, die meiner Meinung nach dann auch seriös sein sollten. Unter der Weg zum Business Angel gibt es eine kleine Anleitung. Ein OnePager sollte also her. Eine Vorlage gab es dort auch direkt zum herunterladen.

Mit diesem OnePager wandte ich mich an ausgewählte Investoren. Damit ich nicht direkt mit der Tür ins Haus falle tat ich das entspannt per EMail. Die Reaktionen waren innerhalb von wenigen Minuten oder gar Wochen später da.

1. Man hat aktuell keine Ambition Neubeteiligungen einzugehen.
2. Die Summe von 100.000,00 Euro ist zu gering, eine Investition lohnt sich nicht.
3. Ihr Marktsekment entspricht nicht den internen Vergaberichtlinien.

Jetzt war ich wirklich etwas frustriert. Nur Absagen, kein einziges Gespräch? Also weitete ich meine Suche aus. Hatte ich bis dato nur Mitgleider aus dem Raum Bayern kontaktiert. Kurz und schmerzlos. Mitglieder aus anderen Bundesländer wollen erst garnicht und verweisen auf Kollegen aus dem eigenen Bundesland.

Vielleicht ist der BAND e.V. ja doch nicht der richtige Verein. Also befragte ich noch mal Google, durchforstete div. Foren, XING-Gruppen und PDF`s. Nebenbei bin ich auch auf die verschiedenen Veranstaltungen von BayStartUP.de (damals noch Netzwerk Nordbayern) aufmerksam geworden. Die Termine klingen vielversprechend, dachte ich mir.

Da gab es unter anderem einen Termin für einen Vortrag zum Thema „Businessplan, wie erhalte ich eine Finanzierung“. Da musste ich hin!. Mit einem damaligen Freund besuchte ich also die Veranstaltung, die auch relativ gut besucht war. Ein mir namentlich nicht mehr bekannter Prof. Dr. aus München der von allen total gehypte wurde erklärte nun in 3 Stunden, dass man um eine Investition zu erhalten in einem Businessplan und in den Gesprächen quasi lügen muss  bis sich die Balgen biegen. Hä? Das war aber sein voller ernst. Seiner Aussage nach müsste man zumindest die Finanzvorschau ordentlich „pimpen“, damit Banken oder Investoren gleich nach der ersten Zeile das sabbern anfangen und den Koffer rüber schieben.

Die Eindrücke nahm ich mit, aber nochmals den Businessplan zu bearbeiten und mit Unwahrheiten zu füllen, kam für mich irgndwie nicht in Frage. Zum Schluß gab es auf der kostenlosen Veranstaltung noch richtig leckere Häppchen und Getränke. Man hatte auch das Gefühl, das viele nur deswegen gekommen sind, so wie sich der ein oder andere am Buffet benommen hatte.

Mit der Zeit besuchte ich noch mehr Veranstaltungen und bekam so immer mehr Wissen über Firmenaufbau, Investitionen; Kredite, Steuern und vielem mehr. Doch mein eigentliches Problem der gesuchten Finanzierung stand da noch offen.
Über die Webseite von BayStartUP wurde ich dann auf die Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH aufmerksam. Laut der Webseite investieren die schon ab 25.000,00 Euro und auch im Bereich der Dienstleistung. So steht das selbst heute noch auf der Webseite. Ich sendete also meine Unterlagen hin, erhielt einen Rückruf bei dem mir eine Dame erklärte, das wir garnicht in das Portofolio passen würden und wir ein klarer Fall eines Bankkunden sind.
Okay, nochmals eine Niederlage, aber dann sollten diese Damen und Herren diese Lügen von der Webseite nehmen. Es kam dann auch der Tag an dem zufälligerweise eine Veranstaltung von eben dieser BayBG und auch der VR-Bank Nürnberg stattfand. Das durfte ich nicht verpassen! Auf der Veranstaltung erklärten die Sprecher der BayBG und der VR-Bank in jeweils eigenen Abschnitten dann wie einfach es ist heute an Geld zu kommen. Die VR-Bank erklärte das Beteiligungsgesellschaften wirklich Müll sind und nur daran interessiert sind zu investieren um das Unternehmen dann zu übernehmen, es zu veräußern und sich zu bereichern. Die BAyBG erklärte danach, dass Banken den Sinn für Investitionen komplett verloren haben und kein Risiko mehr eingehen. Die Konditionen wären ohnehin auch für den Arsch.

Beide Seiten hatten aber eins gemeinsam. Die versprachen nahezu Geld per Knopfdruck zu investieren. Einfach häuchlerisch was beide Seiten von sich gaben. Zumindest bei der VR-Bank konnte ich mir denken, dass die einfach nur Neukunden gewinnen wollten. Bei der BayBG wurde ich das Gefühl nicht los, dass dieser Verein einfach nur auf Lügen aufbaut, weshalb auch immer.

Nunja, ich war verzweifelt. Das beemerkte auch meine Sekretärin. Ich kontaktierte nach über 20 gescheiterten Kontaktversuchen weitere Gesellschaften, Business Angels, Investoren und Co. Mittlerweile gab es dann auch Angebote, bei denen erst einmal 500 Euro verlangt wurden, damit man sich die Mühe macht und die eingesendeten Unterlagen prüft. Die habe ich direkt abgeschlagen.

Die Firma exchangeBA AG bat mich (nachweislich!, zwischenzeitlich meldete sich die exchangeBA AG i.L mit der Forderung diese passage im Text zu entfernen) darum mich kostenfrei in das Onlineverzeichnis einzutragen, da dort die Möglichkeit bestehen würde, dass gelistete Investoren auf uns aufmerksam werden. Klang nicht schlecht, bis eine Rechnung für die Bearbeitung unserer Eintragung bei uns eintraf. Dieser widersprach ich dann auch direkt. Dann hatte die exchangeBA AG auch noch die Frechheit besessen, das ganze vor Gericht zu bringen. Welch ein Wunder, heute lese ich im Impressum exchangeBA AG i.L.. Ups, was ist denn da mit der führenden Beteiligungsgesellschaft passiert? Ich lasse das unkommentiert stehen. Jeder, wie er es verdient!

Nach einiger Zeit wurde ich über die Xing-Gruppe des BUND e.V. auf Herrn K. der Fa. Investorengeld D.A.CH GmbH aufmerksam. Laut Xing, Mitglied des Genehmigungsausschuss, Investorengeld D.A.CH GmbH Berlin,
Auch er erhielt meine Unterlagen und meldete sich. Er findet die Unterlagen wirklich interessant und würde mich zu einem Gespräch nach Berlin einladen. Ich war vollkommen nervös und da sein Terminkalender schon voll war, saß ich auch eine Woche später im Anzug inkl. Unterlagen in Berlin. Schon am Eingang stand damals ein Schild mit „Wir heißen Sie willkommen boschert consulting“. Nebenbei stand noch, so wie ich mich erinnern, kann der Namen „Flughafen Sylt GmbH“. Die waren also vor mir da. Muss also doch etwas Seriöses und Handfestes sein. Okay, ich habe nun drei Mal geklingelt und keiner machte auf. Gehen oder radikal mal gegen die Tür klopfen? Klopfklopf und da machte Herr K. die Tür auf. Ein gut aussehender Mann, der im Anzug doch einiges hermacht. Da war es 18 Uhr als wir uns in Small Talk, die Unterlagen und in seinen Lebenslauf vertieften.

Auf das Ende zu, das war so gegen 22 Uhr teilte er mir mit, dass er sehr daran interessiert sei, in uns zu investieren. Jedoch, investiere man erst ab 250.000,00 Euro, ob das für mich infrage käme. Ja natürlich, das wäre eine Summe, die rückzahlbar ist. Er bot mir auch gleich einen Vertrag an, ging diesen mit mir durch und ich unterschrieb.
Ich biete diesen hier zum Dowload an. Die Konditionen lagen im Rahmen des Machbaren. Klar könnten diese wohl besser sein, aber die Verzweiflung aus der Vergangenheit blendete so manches aus.

Download: Vertrag, LOI – Letter of Intent – Investorengeld DACH GmbH – Download wurde durch die Bitte der RAe Dr. Altersberger & Coll gelöscht. Die weitere Kommunikation über die Anwälte läuft, da dieser Artikel nicht den Wünschen der Investorengeld D.A.CH GmbH entspricht.

Zitat „Es sei betont, dass meine Mandantschaft durchaus Verständnis für Ihre Sichtweise und Ihre Warnehmungen hat. Meiner Mandantschaft ist auch nicht daran gelegen, Sie „mundtot“ zu machen. Meine Mandantschaft tritt am Markt auf und ist sich darüber bewusst, dass sie sich damit auch der Kritik der Öffentlichkeit auszusetzen hat.“

Nachtrag vom 11.03.2016: Mittlerweile haben sich über 15 mir fremde Personen bzw. Unternehmen gemeldet, die teils ähnliches Schildern. Die Anwälte haben mich nach einem ausführlichen Brief nicht mehr kontaktiert. Hier wollte man mich klar mundtot machen. Diesem habe ich aber einiges entgegenzusetzen gehabt, da sich ein Geschäftsführer, der in Interviews (online einsehbar) angibt, wen er während seiner Bundeswehrzeit gerne erschossen hätte, sich über meinen Text keine Gedanken machen muss. Auch liegen mir div. Unterlagen vor, aus denen erkennbar ist, dass man sich in der Privatinsolvenz befindet etc., womit ich mir an dieser Stelle sicherlich keine Meinungs- und Erfahrungs-Kundgebung verbieten lassen muss.

Doch weiter …

Es sollte eine Due Diligence erstellt werden. Das würde eine externe Wirtschaftskanzlei tun damit man einen unabhängigen Bericht erhält. Der kostet natürlich etwas. 9500 Euro zzgl. der MwSt. 50% sofort und 50% bei Abschluss. Auf Grund meiner Vorschungen bei Google, wusste ich was eine Due Diligence ist und das es grundsätzlich üblich ist bei Interesse eines Investors diese erstellen lassen zu müssen. Deshalb hatte ich hier erstmal keine Bauchschmerzen. Herr K. wollte der Wirtschaftskanzlei auch direkt den Auftrag erteilen und erwähnen, dass es zeitlich kritisch ist und er uns bevorzugen sollte. Da war ich echt überrascht. Endlich ein Mann der uns versteht.

Eine Woche später meldete sich ein Herr K. von der Fa. Kampmann Consults (später Das Ratingteam, Bielefeld). Laut Xing, Head of Business, Das Ratingteam Bielefeld. Wir vereinbarten einen Termin. Bis zu diesem Termin wollte Herr K. die ersten 50% der 9500 Euro. Diese hat er bekommen. Nun kam dann auch der Tag, da stand ein gut aussehender Herr im Anzug bei uns in Nürnberg im Büro. Zugegeben, etwas weniger Haargel hätte es schon sein können. Er erklärte erstmal was er nun machen möchte, welche Unterlagen er dazu benötigen würde und wie es dann weiter geht. Wir haben uns dann auch 5 Stunden bis ins Detail unterhalten. Ahnung hatte er zumindest von dem was er da sprach. Am Ende erzählte er noch in einem Smal Talk etwas über sich und seine Karriere. Millionen gemacht mit Immobilien, genauso wie Herr K. der Fa. Investorengeld DACH GmbH, ausgewandert, wegen der Frau wieder zurück nach Deutschland und er hat so viel Geld, dass er nurnoch auf Bestellung für verschiedene Investorengesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten würde.
Okay, jetzt hatte er seine 20 Minuten Selbstbeweihräucherung nun muss was passieren. In den folgenden zwei Wochen wurden noch einige Informationen nachgeliefert und dann bekamen wir die Due Diligence zur Prüfung zugesandt. Naja, mein Gesicht hätte man sehen sollen. Die Due Diligence enthielt nicht mehr wie mein Businessplan. Eigentlich war es eine 1:1-Kopie, etwas besser aufgegliedert, mit Hinweisen für den Investor und Verbesserungsvorschlägen. Dafür so viel Geld? Na dann habe ich tatsächlich das falsche gelernt, ich sollte direkt professioneller Due Diligence Ersteller werden. Zumindest lag der Stapel Papier irgendwann bei Herrn K. vor der Nase. Erst war er nicht mehr erreichbar, dann teilte er mir mit, das er gerade so viel mit Investitionen zu tun hätte und schlug mir einen Termin vor.

Note_DDNun hatte ich Herrn K. am Telefon und er teilte mir mit, dass es Probleme gäbe. In der Due Diligence wurden wir mit der Note 3,23 von 6 bewertet, er hätte lieber eine 2 gesehen. So hätte er Schwierigkeiten unser Unternehmen seinen Genehmigungsfreunden im Ausschuss positiv vorzustellen. Außerdem würde der Umsatz nicht stimmen. Der Umsatz nicht Stimmen? Der war ihm doch schon bei unserem Gespräch in Berlin bekannt und da war er noch sehr erstaunt darüber wie man das hinbekommen würde ohne jemals fremde Gelder eingesetzt zu haben. Er hatte mich also darum gebeten den Umsatz zu verbessern und mich mit neuen Zahlen in 6 Monaten nochmals zu melden. 6 Monate später, nicht merklich viel mehr Umsatz aber neue Projektverträge in der Hand meldete ich mich also nochmals. Das war dann immernoch zu wenig und man möchte von einer Investition absehen. Da ging mir alles durch den Kopf und das war alles andere als nett.

Herr K. meinte zu mir noch, sollte Herr K. von einer Investition absehen, aus welchem Grund auch immer, dann könnte er mir noch weiter helfen, da er ja genügend Kontakte hätte. Da ich das noch im Hinterkopf hatte, meldete ich mich nochmals bei Herrn Kampmann. Aber auch er konnte mir innerhalb 20 Minuten sagen, dass die anderen ebenfalls nicht wollen.

Wurde ich hier schlicht und einfach verarscht? Ich habe doch mal genauer hingesehen und nun fällt mir zumindest auf, dass die Investorengeld DACH GmbH und Herr K. der nun die Fa. Das Ratingteam berteibt, plötzlich das gleiche CMS, den gleichen Webhoster und das gleiche Design verwenden. Die Texte sind von der Aufmachung her auch identisch. Wer soll da nicht auf dumme Gedanken kommen?

Zu meiner Zeit war die Geschäftsführering der Fa. Investorengeld DACH GmbH noch eine gewisse Frau S. laut XING nun Filialleiterin Finanzcenter, Postbank Filialvertrieb AG Berlin. Als GFin war diese Dame von 04/2013 – 09/2014 bei der Investorengeld eingesetzt. Nunmehr gibt es einen neuen Geschäftsführer namens Herr M. Laut XING,  Geschäftsführer, Investorengeld D.A.CH GmbH Berlin seit dem 10/2014. Interessant ist die Laufbahn von Herrn M., die er auf XING mit 01/2004 – 09/2014 Zeitsoldat 10 Jahre, Augustdorf und 11/2014 – heute, freiberuflicher Dozent für Wirtschaftswissenschaft angibt. Was für eine Kernkompetenz hat denn so ein Zeitsoldat als Geschäftsführer einer Investorengesellschaft? Ich werde es nie erfahren und möchte an dieser Stelle auch keine Ausbildung oder Eignung in Frage stellen. Immerhin findet man auch kein Portofolio, dass irgend ein Unternehmen in Zusammenhang mit den Herren der Investorengeld DACH GmbH zeigt. Auch bei der Fa. Kampann Consults war damals nicht Herr K. Matthias als Inhaber eingetragen, sondern seine Frau A. Kampmann.

Es bleibt also im Ungewissen.

Nachtrag: Hier gibt es nun einen weiteren Beitrag über die Investorengeld DACH GmbH / Sunrise Capital Management GmbH / Rocket Capital GmbH und weiteren Verbindungen – „Vorsicht: Nach der Investorengeld D.A.CH GmbH kommt die Rocket Capital GmbH

Kurze Zeit später meldete sich ein Herr Dr. Bernd Fischl der BFMT Gruppe bzw. auch Frist Value AG, der durch meine Eintragung im Verzeichnis Zuschuss für Wagniskapital des BAND e.V. auf mich aufmerksam wurde. Er würde mich gerne einladen und mit mir sprechen.

Noch mal eine Due Diligence, nochmal Zeit verschwenden? Ich war bezüglich der letzten Monate sichtbar gestresst, traurig und mit den Nerven am Ende. Aber das Telefonat mit Herrn Dr. Fischl war relativ angenehm, da wollte ich eine letzte Chance nutzen und die Zeit investieren. Ab ins Auto und los gehts. Anzug, Unterlagen, einfach wie immer… Herr Dr. Fischl machte die Tür auf und bot mir einen Kaffee an. Einen Nicht-Kaffeetrinken erkennen Sie daran, wenn die Maschine nicht so will wie der Anwender. Aber er war trotzdem lecker. Es gab wirklich sympathischen Smal Talk, er erklärte mir das er in den Personalbereichen bereits positive Erfahrungen sammeln konnte, wo er sich sozial Engagiert und für mich tun könnte. Einen kurzen Moment lang dachte ich mir, gut das habe ich alles schon gehört. Die Selbstbeweihräucherung gehört irgendwie zum Job. Irgendwie gab mir Herr Dr. Fischl aber doch so viel positives Vertrauen wieder, das Ich ehrlich erklärt habe, nicht bereit bin eine Due Diligence zu machen, das Geld habe ich nicht mehr oder sonst irgendwie Geld im Vorraus zu bezahlen oder sonst irgendwie Wochen meine Zeit zu verschenken.

Dafür brachte er seltsamer weiße volles Verständnis auf, wollte keine Due Diligence, da es auch garnicht üblich sei bei solch kleinen Summen und überschaubaren Strukturen eine zu erstellen und es schon eine gab. Er könnte es sich vorstellen den betrag in 4-5 Tranchen zu investieren und uns generell auch gleich noch potentielle Kunden aus Nürnberg vorschlagen und in ein gemeinsames Gespräch zu vermitteln. Das wäre für Ihn eine WIN-WIN Situation. Auch erwähnte er mir, wie er neben einer Investition für uns da sein könnte. So blöd das nun klingt, aber irgendwie war mein Herz gerade feuer und Flamme für die Worte aus dem Mund des Dr. Fischl, der vollkommen entspannt mit drei offenen Knöpfen am Hemd neben mir saß und so schön und angenehm erzählte und erklärte.

Wir haben noch öfters telefoniert, Informationen ausgetauscht etc. Am Ende hätte die Investition dann wohl auch geklappt. Ich schreibe hier mit Absicht „hätte“. Denn mit der Zeit ist uns das Projekt dann weggebrochen und andere Ereignisse namen ihren Lauf. Ich tielte Herrn Dr. Fischl noch mit, dass ich mich dazu entscheiden werde, die Firma zu schließen. Der Weg war schwer, ich konnte viel lernen, blieb aber meiner Ehrlichkeit treu. Vermutlich ist wohl etwas dran, das man um eine Investition erhalten zu können lügen muss was das Zeug hält, aber das ist nicht meine Art. Mittlerweile fühle ich mich bei meinem neuen Arbeitgeber richtig aufgehoben und möchte das Umfeld auch nicht mehr missen wollen. Kurz gesagt, es ist beruflich die schönste Zeit die ich bisher hatte.

Ich möchte mich an dieser Stelle und nach den damaligen herben Niederschlägen und dauerhaften Ablehnungen einmal bei Herrn Dr. Bernd Fischl bedanken. Von allen Terminen und Investoren war er die einzige Person, die uns verstanden hatte, keine horrende Konditionen verlangte, investieren wollte und von der Person her eine ziemlich coole Socke war.

Auf div. Foren und Xing-Gruppen lese ich des Öfteren noch von Unternehmern, die Kapital suchen und es nicht gerade leicht haben. Sei es aufgrund der Umsätze, des Bestehens des Unternehmen, dem Marktsegment oder weil eventuell Negativeinträge bei Schufa und Co bestehen. In Deutschland ist die Kapitalbeschaffung alles andere als einfach. Zwar werben Banken und Investoren mit verlockenden Sprüchen aber gehalten wird davon dann auch nur 1/3, wenn überhaupt.

Suchende sollten sich auf jeden Fall ordentlich vorbereiten. Ein guter Businessplan ist das A und O, das Auftreten und die richtigen Texte um das eigene Unternehmen ordentlich vorstellen zu können. Ich rate jedem bevor er Geld im voraus bezahlt alles ordentlich zu prüfen, um am Ende nicht mehr Verluste als Gewinne zu haben. Es gibt verschiedene Plattformen oder Wege um sich Kapital zu sichern, jedoch sollte man sich immer bewusst sein, dass dort auch viel geflunktert wird. Investoren sind zum Großteil daran interessiert ein Unternehmen zu puschen, es dann für sich gewinnbringend zu verkaufen oder einen lohnenden Exit hinzulegen. Investoren verlangen auch Firmenanteile und sind dadurch gewinnbeteiligt. Bei herkömmlichen Banken läuft das anders. Dort bezahlt man seine vertraglich festgelegten Konditionen. Egal welche Form am Ende gewählt wird, beide haben Ihre Vor- und Nachteile, die jeder für sich selbst abwägen muss. Gerade bei Investoren sollte man auch die Konditionen genauestens ansehen. Mir sind in der damalgen Zeit so manche Wucherkonditionen zu Gesicht gekommen. Wucher kann ntürlich auch strafbar sein. Bei Banken ist es wichtig, direkt bei der Terminabstimmung einen kompetenten Berater zu verlangen, der mit dem Anliegen umgehen kann. Es hilft kein Berater der nebenbei ein paar Euro an Provisionen verdienen möchte oder einer der mal eben 50-100 Euro locker machen kann.

Für mich gehe ich davon aus, dass es weder an mir selbst, noch an meinem Unternehmen direkt lag. Vermutlich haben es Dienstleister generell schwer an frisches Kapital zu kommen. Eine Softwareschmiede oder ein anderes produzierendes Gewerbe, haben es hier mit einem festen Produkt vermutlich einfacher. Natürlich habe ich hier versucht alles im kurzen zusammen zu fassen. Insgesamt habe ich bei meiner Suche extrem viel Zeit und Nerven investiert um am Ende noch eine seriöse Person kennen zu lernen.

Meine ehemaligen Mitarbeiter habe ich an unsere Kunden vermittelt. Dort sind auch bis auf den Letzten alle in einer neuen Festanstellung untergekommen und verdienen sogar noch etwas mehr. Da Nürnberg relativ klein ist und man seine Kontakte auch pflegt, wird einem immer wieder mal erzählt, dass die ehemaligen Mitarbeiter einen für ein Arschloch halten, da man sich mit dem ganzen Geld der Firma aus dem Staub gemacht hätte. Das ist ein trauriges Ende, da den ehemaligen Angestellten nie bewusst war, das ich bereits drei Monate vor Insolvenzantrag auf meinen Gehalt verzichtet habe, um den Gehalt der Mitarbeiter ordentlich bezahlen zu können. Auch wer aus privater Tasche die gewünschten Firmenenvents bezahlt hat (hätte steuerlich wohl einiges überstiegen) geht hier irgendwo in der Luft verloren.

Im Anschluss möchte ich noch einige Nützliche Links zur Verfügung stellen unter denen man weitere nützliche Tipps und Informationen erhalten kann.

BAND e.V: – http://www.business-angels.de
Crowdfunding.dehttp://www.crowdfunding.de/plattformen
Investorenszene.dehttp://www.investorszene.de
Gründerszene.dehttp://www.gruenderszene.de
WikipediaPrivate Equity
WikipediaWagniskapital

Investorengeld D.A.CH GmbH, Investorengeld GmbH, Roland Kirsch, Ute Schulzki, Torsten Mischel, Friedrichstraße 187 10117 Berlin, München, Anke Kampmann, Matthias Kampmann, Das Ratingteam, Kampmann Consults, Akazienweg 1033758 Schloß Holte-Stukenbrock



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