Kredit- oder EC-Karte richtig vernichten?

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Rein aus langer weile und einem aktuellen Anlass kam mir die Frage auf, wie ich eine (in meinem Fall) Kreditkarte ordentlich vernichte. An dieser Stelle noch einen lieben Gruß an die Fidor Bank, die zwei Karten sind ja nun seit einiger Zeit ungültig (Abgelaufen und eine meinerseits gesperrt) und somit unbrauchbar.

Nun habe ich etwas gegoogelt und wurde auf diversen Foren auf wirklich kreative Ideen aufmerksam.

Hier ein paar Auszüge…

1. … dass man die Karten in die Mikrowelle stecken soll, weil dann der Chip unbrauchbar wird.

2. … Mit roher Gewalt: Versuche, den Chip abzulösen, zerschneide ihn und entsorge ihn getrennt von der übrigen Karte, deren persönliche Daten du ebenfalls zu „Konfetti“ verarbeitest.

3. Um die Bankkarte „korrekt“ zu vernichten, nimmst Du ein Geodreieck und einen Edding; anschliesend 7 Striche ,Abstand ca. 1cm.,im 90°Winkel im Querformat aufzeichnen. Wenn Du damit fertig bist, nimmst Du eine gute Haushaltsschere und schneidest entlang den aufgezeichneten Linien 8 Streifen.Anschliesend die Streifen in verschiedene Tonnen werfen oder legen. Nun ist Deine Bankkarte korrekt vernichtet….

Mein persönlicher Favorit ist die gut beschriebene Nummer 3.
Zwar habe ich jetzt kein Geodreieck zur Verfügung, denke aber die 7 Linien bekomme ich auch anderweitig auf die Karte gezeichnet. Wollen wir hoffen, dass es auf Grund des fehlenden Geodreiecks und Eddings nicht doch zu einem fehlerhaften Vernichten der Karte kommt.

Im Kopf hatte ich schon eine bildliche Vorstellung von roher Gewalt, Pyrotechnik, Sprengstoff und anderen vollkommen übertriebener Tätigkeiten gegenüber der Kreditkarten, muss aber zugestehen ich hatte gerade einmal die super schlecht brennende Brennpaste der Eigenmarke aus dem Kaufland (bitte nicht Nachkaufen, da gibt es bessere) zuhause. Vielleicht lag es auch an dem Kartenmaterial das Skrill benutzt, aber so wirklich verbrannt sah diese nicht gerade aus. Zum Schutz meiner eigener Person, den Nachbarn und der Natur wollte ich dann jedoch auf Benzin und anderen rabiaten Brennstoffe verzichten.
Ist die Frage damit nun geklärt?

So gut es die User in den Foren meinen, die wichtigen Daten befinden sich mittlerweile auf dem EMV-Chip und nicht mehr auf dem Magnetstreifen.
In einem Migrationsplan haben  haben die Europay/MasterCard- und die VISA-Organisation beschlossen bis 2005 im europäischen Raum alle Karten EVM-chipfähig zu gestalten und ggf. auszutauschen. Bis 2008 wurden in Deutschland die Kreditkarten dennoch mit der alten Magnetstreifentechnik ausgegeben, die EC-Karten bereits zu stolzen 70% mit EMV-Chips.

Bedeutet also, dass auch Die Bargeldautomaten und Cashterminals weiterhin im Dualmodus laufen, demnach die EVM-Chip- und parallel die Magnetstreifen-Technik aktzeptieren. Bis heute wurden bereits 90% der neu ausgegebenen Karten auf die aktuelle EVM-Technik umgestellt.

Hat man nunmehr eine Kredit- oder EC-Karte, bei der man sich sicher ist, dass diese abglaufen und nicht mehr gültig ist, sollte das Vernichten eine sekundäre Rolle spielen. Zur Sicherheit einmal den Magnetstreifen und den EMV-Chip durchschneiden.
Hat man jedoch eine Kredit- oder EC-Karte bei der man sich nicht wirklich sicher ist ob die Karte oder die Daten in falsche Hände kommen könnten wäre es meiner Meinung ratsam diese mit dem Wunsch auf Vernichtung bei der Ausgabestelle (meistens der Bank) abzugeben und sich die Vernichtung quitieren zu lassen. Sollte es hier im Nachgang zu einem Mißbrauch kommen, wäre es durchaus denkbar die Bank dann in die Haftung nehmen zu können.

Mir persönlich sind aus Medien & Co bis heute keine Fälle bekannt, in denen berichtet wurde, dass es nun Gruppen oder Einzelpersonen geben soll, die im Müll nach Karten welchert Art auch immer suchen. Die größte Sicherheitslücke sind hier weiterhin kompromittierte Online-Shops o.ä bzw. der Karteninhaber bei falschem Umgang mit seinen sensiblen Daten selbst.

Ob die Mikrowelle nun, die sicherste Methode ist um die Daten auf dem Chip unbrauchbar zu machen, wage ich zu bezweifeln. Wir bekommen den Chip zwar sauber von der Karte, da diese weich wie Butter wird , die Daten aber sind auf diesem mit unter weiterhin vorhanden.

Die Karte in 7 Streifen schneiten und zu verbrennen ist eine mit augenzwinkern gute Methode, der Magnetstreifen ist garantiert defekt der Chip auch nicht mehr brauchbar.

Vielleicht kommentiert der ein oder andere diesen Artikel mit hilfreichen Tipps :).

Für mehr Informationen zu den besagten EVM-Chips, geht es hier zu dem Wikipedia Artikel.

Viel Spaß und ein schönes Wochenende.



  • Laura

    Sehr gute Tipps. Ich selbst gebe meine alte Karte dennoch immer in der Filiale vor Ort ab. Da gab es bislang auch keine Probleme mit http://www.finanznachrichten.de/