Suchmaschineneinträge und persönliche Daten löschen – Ein kleiner Erfahrungsbericht

 in Allgemein, Das Gesetz



Bereits 2014 habe ich unter dem Titel „Der Google-Test – Das recht auf Vergessen“ einen Beitrag verfasst, der sich mit dem Löschen von Suchmaschinenergebnissen auf Google befasst.

Das hatte damals auch super funktioniert.
Mittlerweile konnte ich über diesen Weg einiges an Content entfernen.

Das Internet vergisst nicht

Mir ist nach genauerem suchen nach meinem Namen aber aufgefallen, dass Google noch div. Spuren in z.B. Foren etc., die ich in früheren Jahren meines Internetbeitritts hinterlassen habe bereit hält.

Unter dem Begriff „Reputationmanagement“, hat sich mittlerweile ein relativ großer wirtschaftlicher Zweig entwickelt auf dem div. Firmen kostenpflichtig beraten und ihre Dienstleistungen anbieten. Doch für eine Privatperson ist das wohl kaum lohnenswert, solche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen um sich von negativen, falschen oder unerwünschten Suchergebnissen befreien zu können.

 

Löschen ist nicht gleich löschen

Wie kommt es denn dazu, dass Google & Co. so viel über mich listet? Vom Prinzip her ist es genau die Arbeit, die eine Suchmaschine zu erledigen hat. Informationen zu sammeln, zu strukturieren und zur Verfügung zu stellen. Entsprechend durchsucht der z.B. Googlre-Crawler das Internet täglich nach neuen Informationen und verarbeitet diese je nach Relevanz + stellt uns diese zur Verfügung.

Jetzt ist natürlich davon auszugehen, dass z.B. unter dem Suchbegriff „Angela Merkel“ wesentlich mehr Informationen gefunden und verarbeitet werden, als für mich „Patrick Boschert“. Entsprechend ist es natürlich aber auch einfacher, dass z.B. ein zukünftiger Arbeitgeber schneller an unliebsames Wissen von meiner Person gerät, da die Ergebnisse wesentlich schmaler sind und sofort richtig auf den ersten 1-2 Seiten angezeigt werden.

Nunmehr wäre es ein zeitliches Unterfangen, sporadisch die große Anzahl an Suchmaschinen nach unerwünschten Suchergebissen zu durchforsten und diese dann um eine Löschung zu bitten. Solange es keine einheitliche Gesetzeslage oder ein einheitliches Vorgehen zur Löschung gibt, werden sicher auch nicht alle Suchmaschinenbetreiber daran interessiert sein, Ergebnisse zu löschen.

Zielführendes ist es also, die unerwünschten gefundenen Informationen im Kern zu ersticken.

Um Inhalte von Webseiten zu entfernen, muss man grundsätzlich mit dem Betreiber der Webseite in Kontakt treten. Zwischen Flehen, Bitten, Argumentieren, Handeln, Bestechen, Drohen, Verklagen und dem Einsatz von Vitamin B darf man sich eine Variante auswählen. Welches Mittel nun zielführend ist, ist natürlich vom Einzelfall, der Rechtslage und den Zielen des Webseitenbetreibers abhängig.

Nunmehr gab es auch von mir z.B. Forenbeiträge, Blogkommentare, etc. die bereits über 10 Jahre existierten und für jeden einsehbar waren, die ich aber aus persönlichen Gründen nicht mehr zugänglich haben möchte.

Freundliches nachfragen kann schon sehr hilfreich sein

Entsprechend schwer war nun das Vorhaben, diese Spuren entfernen zu lassen, da die Informationen breit gefächert auf allen erdenklichen Seiten verteilt waren. So habe ich zu Beginn dem Betreiber höflich per E-Mail mein Anliegen geschildert und um die Löschung mit Angabe des genauen Artikels und Webseiten-URl gebeten. Bereits in diesem Stadium wurden dann auch schon gute 40% meiner veröffentlichten Daten tatsächlich gelöscht. Bei den restlichen Seiten, die ein Impressum besitzen, habe ich mein Anliegen dann nochmals per Postschreiben und Fax geschildert. Auf diesem Weg sind nochmals 40% an unerwünschten Daten\Informationen gelöscht worden.

Die restlichen 20% waren dann aber wirklich schwer. Dabei handelte es sich um Foren oder Seiten ohne Impressum. Also gab es für mich erst einmal keinen direkten Ansprechpartner, dem ich meine Lösch-Wünsche mitteilen konnte. Hier habe ich mir auf dem Forum dann einen Administrator rausgesucht und diesem dort per privater Nachricht mein Anliegen geschildert. Wenn der Gegenüber nun kein kompletter Unmensch ist, wird er deinem Wunsch sicher auch entsprechen. In anderen Fällen haben mir befreundete User mit einem guten Kontakt zu einem Administrator geholfen, mein Ziel zu erreichen.

So hat das bei mir auf jeden Fall super funktioniert, womit ich sagen kann, dass man nicht gleich hasserfüllt drohen, sondern sachlich den Betreibern sein Anliegen schildern sollte.
Schließlich ist es nicht die Schuld der Webseitenbetreiber, dass man wann auch immer div. Informationen öffentlich über sich preisgibt.

Schwer wird es wohl, wenn es sich um Informationen handelt, die man persönlich gar nicht preisgegeben hat, sondern von einer dritten Person im Internet veröffentlichtwurden. Diesen Fall hatte ich auch zwei Mal. Hier wollte man das Ganze nicht löschen, so dass ich gezwungen war, meiner Bitte mit Hinweis auf die Hinzuziehung von einem Anwalt nochmals Nachdruck zu verleihen.
Dies denke ich, ist aber wirklich die Ausnahme. Sollte aber eine dritte Person persönliche Daten veröffentlichen, so begeht dieser unter Umständen eine Straftat, da die unbefugte Veröffentlichung von personenbezogenen Daten im Internet, die nicht allgemein zugänglich sind, in der Absicht, einen anderen zu schädigen, nach §44 Abs.1 i.V.m. §43 Abs.2 Nr.1 und Nr.2 BDSG, oder §203 StGB, oder oder oder eine Straftat darstellen kann. Da ich kein Anwalt bin, möchte ich an dieser Stelle das heraussuchen passender Paragrafen auch nicht weiter verfolgen.

Mittlerweile habe ich auch meine ganzen Account wie die von Soundcloud, LinedIn, Disqus, Xing, etc. gelöscht, wenn ich diesen nicht mehr benötige oder aber ich habe die Privatsphäre-Einstellung so angepasst, dass so wenige Informationen wie möglich nach ausen dringen. Viele große Plattformen, bieten hier ganz gute Einstellungsmöglichkeiten an, oft aber auch die Möglichkeit, dass die eigene Seite wie z.B. mein XING-Profil erst garnicht bei Google auftaucht.

Abwarten und Tee trinken

Sind die Inhalte dann aber wie gewünscht gelöscht worden, so ist kein weiteres Zutun bei den Suchmaschinen mehr notwendig. Je nach Relevanz der Webseite, bemerkt der Crawler\Robot der jeweiligen Suchmaschine die Änderung\Löschung und indexiert die Seite mit den neuen Informationen neu oder löscht diese bei der Nichtexistenz vollständig aus den Suchergebnissen.

 

Das kann durchaus zwischen 1 Tag bis mehrere Monaten dauern, da ein Webseiten-Betreiber mitunder auch festlegen kann, wie oft er einen solchen Cralwer\Robot über die Webseite schauen lassen möchte. Vom Prinzip her, liegt es zwar im Interesse, dass eine Suchmaschine so oft wie möglich die eigene Webseite besucht, doch können z.B. falsche Konfigurationen auch der Grund sein, weshalb dem nicht so ist. Die Suchmaschine selbst, entscheidet aber auch nach eigener Relevanz wie oft eine Webseite besucht wird, so kann man daovn ausgehen, dass eine Suchmaschine die Webseite von z.B. heise.de öfters besucht, als einen Blog der erst fünf Beiträge vorweisen kann.

Bleibt zum Schluss zu sagen, dass ich es mit etwas Zeit hinbekommen habe, alte oder unerwünschte Informationen von mir vollständig zu löschen oder aber diverse Seiten zumindest aus der Indexierung von Suchmaschinen zu entfernen.

Vielleicht kann ich dem ein oder anderen behilflich sein und zur Seite stehen.